Mittwoch, 18. Januar 2012

Gastgeschenke können etwas Wunderbares sein...

Ihr lieben Menschen, ihr macht euch viele Gedanken, gebt Geld aus, wollt Freude verbreiten. Ihr seid bei euren Freunden zum essen eingeladen, und bringt, wie es sich gehört, ein Gastgeschenk mit.

Doch was da oftmals durch die Tür kommt, zwingt den Gastgeber gerne mal zu einem gequälten „Och das wäre doch nicht nötig gewesen“. Was der Gast dann als totale Begeisterung und mit einem „Hab ich doch gerne gemacht“ quittiert, landet in der Fantasie des Beschenkten meist schon in der Flohmarktkiste. Oder noch schlimmer: in der Tonne.

Was da nicht alles verschenkt wird: Tiramisu an Gastgeber mit bekannter Laktoseintoleranz. Kochbücher mit den klingenden Titeln, wie „Schlank in den Frühling“ oder „Gäste stilvoll verwöhnen“. Danke, sagt da der geneigte Gastgeber, der sich mit den unterschwelligen Andeutungen freut. So, dann bin ich also zu dick und bisher waren meine Einladungen wohl ein Reinfall.

Getopt werden solch wunderbare und feinfühlige Mitbringsel nur noch von sinnlosem bis geschmacklosen Rumsteherlis. Also Dekokram, den kein Mensch braucht: Schweine mit Flügeln, Frösche mit Goldkrönchen oder goldene Hirschköpfe, in die man eine Kerze stellen kann. Wer denkt sich so was aus? Und warum kriege ich das geschenkt? Ich bin seit Jahrzehnten ein Anhänger des nordisch-puristischen Einrichtungsstils. Was man meiner Wohnung auch deutlich ansieht. Und wie oft habe ich solche Andeutungen, auch im Umfeld von Geburtstagen, gemacht: Gute Messer kann man nie genug haben. Kräutertöpfe für die Fensterbank sind so wundervoll. Gut, es war wirklich nur angedeutet...

Ja, da müsste ich mir aber wohl selber in den Popo treten. Denn ganz ehrlich: Bisher habe ich es nie übers Herz gebracht, mal zu sagen: „Das ist total lieb ausgedacht, aber ich mag keinen Nusslikör. Und auch keine künstlichen Gewürzmischungen. Und schon gar keine Begonien in Orange. Geschmäcker sind verschieden. Was auch total praktisch ist, weil wir uns so nicht alle um denselben Kram kloppen. Aber manchmal würde ein sanfter Wink mit der Zaunlatte vieles erleichtern.

Und die Frage, die sich dann nur folgerichtig stellt, ist: „Mögen meine Gäste das von mir mit bester Absicht und unter Einsatz all meiner Kochkünste zubereitete Essen? Oder sind sie auch nur höflich und tun so, wie ich, wenn ich mal wieder eine Flasche Nusslikör geschenkt bekomme?“


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